Nach all den vielen Bekenntnissen heute ein wichtiger Text eines Schriftstellers. Das Bild dazu ist unbekannten Ursprungs. Eine vielschichtige Collage, Titelbild für eine Ausstellung. „Mensch Maria!“ So hieß sie. 1993, in der Diözese Würzburg. Ein Ausruf, ein Erstaunen, bzw. eine Feststellung der Überraschung: Mensch Maria! Oder meinte man den Hinweis auf die menschliche Natur Mariens?
Wie auch immer: Der niederösterreichische Schriftsteller Georg Bydlinsky, geboren 1956, fasst seine Beziehung zu Maria in den folgenden Textzeilen unter dem Titel „Litanei eines Fragenden“ zusammen:
Du bist mir fremd
ich kenne dich nicht
ich weiß über dich
weniger
als die Kirche
über dich weiß
ich glaube nicht
an deine Statuen
deine süßlichen Bilder
ich glaube nicht
an den weltfernen Wohlklang
deiner Litaneien
dein Leben war härter
Du bist mir fremd
ich kenne dich kaum
MARIA
bloße Kontur
ausgesparte Fläche
im Bild meines Glaubens
MARIA
Name
schöner Klang
fragend gesprochenes Wort
MARIA
Vor-Wort des Sohnes
Wer sich auf diesen Text einlässt, kommt nicht um die Frage herum: Wer ist Maria für mich? Was glaube ich?
Bydlinsky endet mit einer vorsichtigen und behutsamen Annäherung und dem Bild Mariens als Vor-Wort des Sohnes. Ein wichtiger Text.
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Helmut Loder
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